Gegen den Schönheitskult

Mit ihrem Projekt „Sie“ hilft die Wiener Fotografin Susanne Einzenberger Frauen auf dem Weg zur Selbstakzeptanz.

Lena © Susanne Einzenberger

Nach einem Medientechnikstudium an der FH St.Pölten, entschied sich Susanne Einzenberger, das Kolleg für Fotografie an der „Graphischen“ in Wien zu besuchen. „Dort bekommt man das Handwerkszeug mit und kann viel aus der Ausbildung herausholen“, ist Einzenberger überzeugt, die sich mit 25 selbstständig machte und auf Porträt, Reportage, Werbung und Sport spezialisierte.

„Ich mag authentische Bilder, die nicht gestellt und natürlich sind. Dazu arbeite ich mit natürlichem Licht, mit dem ich spielen und besondere Stimmungen einfangen kann“, beschreibt sie ihren Bildstil.

Große Beachtung fand Einzenberger mit ihrem Projekt „Sie“, bei dem sie insgesamt 15 Freundinnen besuchte und nackt fotografierte. „Mich haben schon immer diese Fragen beschäftigt: Warum sehe ich so aus? Bin ich damit zufrieden? Warum schämen wir uns für unsere Nacktheit? Warum haben wir verlernt, uns nackt wohl zu fühlen? Warum sehen wir unsere Alltagsschönheit nicht und eifern Idealen nach, die nicht real sind und uns von der Werbung und einem falschen Schönheitskult aufgezwungen werden?“.

Die Resonanz war extrem positiv: „Viele Fauen haben mich bestärkt. Vielleicht liegt der Schlüssel zur Selbstakzeptanz einfach darin, dass man ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt und sich auf seine Fähigkeiten und Talente konzentriert. Und alles blockiert, was einem sagt, du musst etwas an dir und deinem Körper ändern.“

Die Zeit der Pandemie hat Einzenberger zwar schwer getroffen, aber auch Perspektiven für die Zukunft aufgezeigt: „Die Selbstständigkeit wird immer eine Herausforderung bleiben – da gibt es eben Höhepunkte und Tiefschläge. Aber ich habe erkannt, dass man als Gruppe stärker ist und bin daher gerade dabei, gemeinsam mit Freunden ein umgebautes Studio zu eröffnen. Ich habe viel nachgedacht und könnte mir trotz der Probleme keinen anderen Beruf vorstellen“, sagt Einzenberger.

Wichtig, so die Wienerin, sei „Spezialisierung. In Österreich ist es zwar gefragt, dass man alles kann, aber man sollte auf einem Gebiet zu einem der besten Experten werden. Und ich will mich breiter aufstellen und auch fertige Konzepte und Bewegtbilder anbieten.“

Susanne Einzenberger © Marko Mestrovic

Mehr Infos: www.supersusi.com

error: Content ist geschützt.