“IM FOKUS” – MENSCHEN HINTER DER KAMERA, TEIL VI

Mit der neuen Serie „IM FOKUS“ holt die Landesinnung der Berufsfotografen OÖ die Sieger des Landespreises vor den Vorhang und präsentiert die Menschen hinter der Kamera.

In unserer digitalen Welt werden derzeit so viele Fotos geschossen wie es noch nie zuvor der Fall war. Daher ist es für uns BerufsfotografInnen umso wichtiger, zu demonstrieren, wodurch sich echte Qualitätsarbeit vom inflationären Konsumgut unterscheidet. Der schöpferische Augenblick und die Kreativität sind neben der Beherrschung der technischen Basics die entscheidenden Komponenten für ein außergewöhnliches Bild.

Außergewöhnlich sind auch die Werke, die im Rahmen des Landespreises der oberösterreichischen BerufsfotografInnen prämiert wurden. „Der Landespreis soll zu einem Sprungbrett für eine noch größere Wertschätzung der oberösterreichischen Berufsfotografen in Österreich und auch über die Grenzen hinaus werden. Daher werden wir weiterhin internationale Topfotografen zu Seminaren und Workshops nach Oberösterreich bringen, um die Kollegen zu motivieren und Ihnen die Möglichkeit zu bieten, von den Allerbesten lernen zu können“, bekräftigt Landesinnungsmeisterin Sabine Starmayr.

Die Landesinnung holt die Sieger der einzelnen Kategorien vor den Vorhang und präsentiert die Menschen hinter der Kamera.

Fotografin Lisa Schmalzer

LISA SCHMALZER
(Kategorie Baby)

Mein ganz persönlicher Fragebogen

Name: Lisa Schmalzer

Sternzeichen: Krebs

Wohnort: Asten

Wer ist dein Vorbild und warum? Cassandra Vanhorn. Sie hat mich bei einem Workshop in England extrem inspiriert. Ich mag ihr Storytelling, ihre farbenprächtigen Fotos, die wie gemalt wirken. Cass hat einen ganz eigenen Stil, Babys zu fotografieren.

Meine Kamera: Canon 5D Mark III

Warum ich am Landes-Award teilnehme: Ich bin sehr ehrgeizig, aber auch sehr selbstkritisch. Daher will ich wissen, wo ich wirklich stehe.

Wie wichtig ist, sich mit Kollegen zu messen? Sehr wichtig, weil man dann einen Vergleich hat und erfährt, wie andere deine Arbeit beurteilen. Das hilft, um auf dem richtigen Weg zu sein.

Wie siehst du in der Fotografie die Geschäftsmodelle der Zukunft? Ich glaube, dass man als Fotograf noch serviceorientierter denken muss. Die Qualität ist extrem wichtig, damit kann man sich abheben. Vielen gehen ja auch zum Tischler und nicht zum Möbel-Diskonter. Und wenn der Kunde glücklich ist, bin ich es auch.

Spezialisierung oder Alleskönner? Ich habe mich auf Babyfotografie und Familie spezialisiert. Für mich passt das optimal, aber es gibt natürlich auch Fotografen, die universal arbeiten. Jeder muss für sich persönlich herausfinden, was für ihn das Beste ist.

Wie wichtig ist für einen Fotografen die Ausbildung und ständige Weiterbildung? Ganz wichtig. Ich absolviere ständig zusätzliche Fortbildungen, nehme an Workshops und Seminaren teil. Nur dann bleibt man am Puls der Zeit, kann seinen eigenen Stil entwickeln und diesen verfeinern.

Was würdest du einem Berufs-Neueinsteiger empfehlen? Viel fotografieren, auf sich selbst horchen und einen eigenen Weg finden. Dann spürt man, welcher Business-Bereich zu einem am besten passt.

Wie bist du zur Fotografie gekommen? Über die Bildbearbeitung während meiner Ausbildung in der HTL. Da habe ich teils schreckliche Fotos bekommen, die man auch durch Photoshop nicht mehr retten konnte. Daher habe ich mich entschlossen, selbst Fotografin zu werden und mit 18 meine erste Kamera gekauft.

Welche Trends siehst du in der Fotografie? Generell steigt die Qualität. Es gibt einen Trend zu natürlichen, wenig bearbeiteten Bildern. Aber auch Fine-Art-Fotografie mit künstlerischem Anspruch.

Wie wichtig ist der Austausch mit Kollegen und die Gemeinschaft in der Wirtschaftskammer? Ich bin gerne unter Leuten und habe das Gefühl, dass man dann mit seinen beruflichen Sorgen und Problemen nicht allein ist.

Wie beurteilst du die Angebote der Innung und welche Serviceleistungen wie Seminare, Workshops nutzt du? Da hat sich viel getan und ich nehme die Angebote wie Workshops oder Vorträge gerne wahr. Spannend finde ich auch die Auftritte von internationalen Kollegen, da kann man sich wertvolle Tipps und Impulse holen.

Drei Dinge, die ich auf eine einsame Insel mitnehme: Bücher, Notizbuch und Kamera.

Was mich ärgert: Ungerechtigkeit.

Meistrespektierte Persönlichkeit: Meine Mutter.

Schwarz-weiß oder Farbe? Farbe.

Ist für dich das Glas halb leer oder halb voll? Ich denke positiv – daher halbvoll.

Mein Siegerbild – wie war der kreative Prozess, die Themenfindung, die Entstehung? Ich habe mich vor dem Shooting mit den Eltern getroffen, um alle Details zu besprechen. Ziel waren Bilder mit monochromen Farben und dem Fokus auf dem Gesicht des Babys. Bei diesen Shootings benötigt man immer auch viel Geduld.

Wie wichtig sind freie Arbeiten abseits des täglichen Business? Solche Projekte sehe ich sehr positiv, aber ich schaffe es leider aus Zeitgründen nicht so oft, wie ich eigentlich möchte.

Meine persönlichen Ziele: Ich will mich immer weiter entwickeln und meinen Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Wichtig ist mir, dass die Wertigkeit der Fotografie wieder steigt.

Mein ganz großer Traum:  Ich möchte mit meinen Fotos Geschichten erzählen, die auch bekannt werden.

Folgst du eher deinem Kopf oder deinem Gefühl? Da gibt es oft einen Streit zwischen diesen beiden Polen. Meistens gewinnt das Gefühl.

Was liebst du an deinem Beruf? Den Kontakt mit Menschen. Ich liebe es kreativ zu sein und ständig Neues auszuprobieren.

Das perfekte Bild ist….wenn ein Foto Emotionen auslöst, dann ist es für mich perfekt.

Was willst du in 10 Jahren erreicht haben? Dass mein Unternehmen weiterhin gut läuft.

Siegerbild Landespreis OÖ, Kategorie Baby, Lisa Schmalzer