“IM FOKUS” – MENSCHEN HINTER DER KAMERA, TEIL IX

Mit der neuen Serie „IM FOKUS“ holt die Landesinnung der Berufsfotografen OÖ die Sieger des Landespreises vor den Vorhang und präsentiert die Menschen hinter der Kamera.

In unserer digitalen Welt werden derzeit so viele Fotos geschossen wie es noch nie zuvor der Fall war. Daher ist es für uns BerufsfotografInnen umso wichtiger, zu demonstrieren, wodurch sich echte Qualitätsarbeit vom inflationären Konsumgut unterscheidet. Der schöpferische Augenblick und die Kreativität sind neben der Beherrschung der technischen Basics die entscheidenden Komponenten für ein außergewöhnliches Bild.

Außergewöhnlich sind auch die Werke, die im Rahmen des Landespreises der oberösterreichischen BerufsfotografInnen prämiert wurden. „Der Landespreis soll zu einem Sprungbrett für eine noch größere Wertschätzung der oberösterreichischen Berufsfotografen in Österreich und auch über die Grenzen hinaus werden. Daher werden wir weiterhin internationale Topfotografen zu Seminaren und Workshops nach Oberösterreich bringen, um die Kollegen zu motivieren und Ihnen die Möglichkeit zu bieten, von den Allerbesten lernen zu können“, bekräftigt Landesinnungsmeisterin Sabine Starmayr.

Die Landesinnung holt die Sieger der einzelnen Kategorien vor den Vorhang und präsentiert die Menschen hinter der Kamera.

Fotograf Winfried Flohner

Mein ganz persönlicher Fragebogen

WINFRIED FLOHNER
(Kategorie Industrie)

Name: Winfried Flohner

Sternzeichen: Widder.

Wohnort: Altenberg bei Linz.

Wer ist dein Vorbild und warum? Ich habe verschiedene Vorbilder, von denen ich die besten Elemente filtere und daraus mein eigenes Ding mache.

Meine Kamera: Fuji GFX 50S und Phase One.

Warum ich am Landes-Award teilnehme: Es hat in den letzten Jahren viele „Bad News“ in der Fotografenszene gegeben, daher will ich mich positiv einbringen. Ich finde, es tut sich etwas in der Landesinnung unter Sabine Starmayr und das will ich unterstützen. Ich wünsche mir, dass auch bei solchen Wettbewerben alte Werte der Fotografie wieder geschätzt werden.

Wie wichtig ist, sich mit Kollegen zu messen? Ich sehe das anders: es geht darum, dass man sich mit sich selber misst und seine eigenen Grenzen weiter nach außen verschiebt. Vergleichen will ich mich nicht.

Wie und habe dort gelernt, immer mehrere Ideen bei einem Auftrag abspulen zu können.  du in der Fotografie die Geschäftsmodelle der Zukunft? Bei all diesen Content-Müllbergen ist es gar nicht schwer, herauszustechen. Wenn man als Fotograf gut ist, dann hat man auch Zukunft.

Spezialisierung oder Alleskönner? Das hängt vom Standard und der Philosophie des Fotografen ab. Spezialisierung ist gut, aber dann muss man den globalen Markt abdecken und sich mit anderen Spezialisten messen. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es aber nicht.

Wie wichtig ist für einen Fotografen die Ausbildung und ständige Weiterbildung? Sehr wichtig, auch die Technik muss sitzen und man muss auf neue Entwicklungen reagieren. Ich habe eine klassische Ausbildung mit Lehre absolviert. Da habe ich gelernt, bei einem Auftrag mehrere Ideen abspulen zu können.  

Was würdest du einem Berufs-Neueinsteiger empfehlen? Er soll sich die Dinge anschauen, aber sich nicht verlieren. Tun, tun, tun – man muss viel ausprobieren und darf sich nicht verunsichern lassen, wenn die Branche von Jammerern schlecht gemacht wird. Wer Fotograf werden will, sollte das durchziehen.

Wie bist du zur Fotografie gekommen? Mich hat die Fotografie früh begeistert und ich bin sogar zu einem Industriefotografen in Niederösterreich in die Lehre gegangen. Dort habe ich richtig arbeiten müssen und habe den Beruf in allen Facetten gelernt.

Welche Trends siehst du in der Fotografie? Trends kommen und gehen – gute Fotos bleiben.

Wie wichtig ist der Austausch mit Kollegen und die Gemeinschaft in der Wirtschaftskammer? Wenn es konstruktiv und positiv ist, dann unterhalte ich mich gerne mit Kollegen.

Wie beurteilst du die Angebote der Innung und welche Serviceleistungen wie Seminare, Workshops nutzt du? Ich nutze das aus Zeitgründen eher selten, aber wenn die Qualität der Angebote stimmt, komme ich gerne.

Drei Dinge, die ich auf eine einsame Insel mitnehme: Bücher, Messer, Schlafsack.

Was mich ärgert: Wenn, dann ärgere ich mich über mich selbst. Und negative Menschen und der Digitalisierungswahnsinn durch die sozialen Medien.

Meistrespektierte Persönlichkeit: Der Philosoph Eckhart Tolle.

Wen ich gerne fotografieren würde: Eckhart Tolle.

Schwarz-weiß oder Farbe? Schwarz-weiß.

Ist für dich das Glas halb leer oder halb voll? Immer halbvoll.

Mein Siegerbild – wie war der kreative Prozess, die Themenfindung, die Entstehung? Ich habe einen sehr technischen Zugang gewählt und dass gewisse Komponenten in dem Setting funktionieren, habe ich gespürt. Dann wusste ich, dass aufregende Bilder entstehen. Als auch Lürzer´s Archiv auf die Bilder aufmerksam geworden ist, wusste ich, dass etwas Besonderes gelungen ist.

Wie wichtig sind freie Arbeiten abseits des täglichen Business? Das ist eines der wichtigsten Dinge für einen Fotografen. Allerdings muss man auch den Kopf dafür frei haben und sich vom Beruf und der Familie freispielen.

Meine persönlichen Ziele: Ich will zufrieden sein und eine gute Work-Life-Balance haben. In der Fotografie will ich schauen, wo mein Limit ist und dass die Beziehung zu meinen Kunden von intensiver Kraft geprägt ist.

Mein ganz großer Traum: Kein Internet mehr bei mir zu Hause haben.

Folgst du eher deinem Kopf oder deinem Gefühl? Das Gefühl dominiert stark.

Was liebst du an deinem Beruf? Die Kreativität, die Möglichkeit, Gefühle ausdrücken zu können.

Das perfekte Bild ist….gibt es nicht. Man kann sich an das perfekte Bild nur annähern.

Siegerbild Landespreis OÖ, Kategorie Industrie, Winfried Flohner