“IM FOKUS” – MENSCHEN HINTER DER KAMERA, TEIL V

Mit der neuen Serie „IM FOKUS“ holt die Landesinnung der Berufsfotografen OÖ die Sieger des Landespreises vor den Vorhang und präsentiert die Menschen hinter der Kamera.

In unserer digitalen Welt werden derzeit so viele Fotos geschossen wie es noch nie zuvor der Fall war. Daher ist es für uns BerufsfotografInnen umso wichtiger, zu demonstrieren, wodurch sich echte Qualitätsarbeit vom inflationären Konsumgut unterscheidet. Der schöpferische Augenblick und die Kreativität sind neben der Beherrschung der technischen Basics die entscheidenden Komponenten für ein außergewöhnliches Bild.

Außergewöhnlich sind auch die Werke, die im Rahmen des Landespreises der oberösterreichischen BerufsfotografInnen prämiert wurden. „Der Landespreis soll zu einem Sprungbrett für eine noch größere Wertschätzung der oberösterreichischen Berufsfotografen in Österreich und auch über die Grenzen hinaus werden. Daher werden wir weiterhin internationale Topfotografen zu Seminaren und Workshops nach Oberösterreich bringen, um die Kollegen zu motivieren und Ihnen die Möglichkeit zu bieten, von den Allerbesten lernen zu können“, bekräftigt Landesinnungsmeisterin Sabine Starmayr.

Die Landesinnung holt die Sieger der einzelnen Kategorien vor den Vorhang und präsentiert die Menschen hinter der Kamera.

Silvia Duschanek

Silvia Duschanek
(Kategorie Wedding)

Mein ganz persönlicher Fragebogen

Name: Silvia Duschanek

Wohnort: Pichling bei Linz

Wer ist dein Vorbild und warum? Helmut Newton. Sein Stil ist klar und natürlich, er zeigte selbstbewusste und starke Frauen.

Meine Kamera: Nikon D800

Warum ich am Landes-Award teilnehme: Ich will mich mit Kollegen messen und die Herausforderung annehmen.

Wie wichtig ist es, sich mit Kollegen zu messen? Sehr wichtig, weil man dann über den eigenen Tellerrand hinausblickt und sich nur so weiterentwickeln kann.

Wie siehst du in der Fotografie die Geschäftsmodelle der Zukunft? Es wird nur mehr wenige fixe Studios geben und viele Fotografen werden von zu Hause aus arbeiten.

Spezialisierung oder Alleskönner? Ich glaube, dass es wichtig ist, sein Handwerk zu beherrschen und dass man zuerst alles ausprobieren sollte, ehe man sich spezialisiert. Irgendwann spürt man, in welcher Sparte man besonders talentiert ist.

Wie wichtig ist für einen Fotografen die Ausbildung und ständige Weiterbildung? Es ist wie bei jedem anderen Beruf: wenn man nicht ständig dahinter ist, um besser zu werden und sich mit den neuesten Entwicklungen beschäftigt, wird man bald nicht mehr mithalten können. Stillstand ist Rückschritt.

Was würdest du einem Berufs-Neueinsteiger empfehlen? Jeder, der Fotograf werden will, sollte zuerst eine solide Ausbildung machen und er muss sich bewusst sein, dass die Konkurrenz groß ist. Sonst wird er keinen Erfolg haben.

Wie bist du zur Fotografie gekommen? Das war reiner Zufall. Ich hatte eigentlich schon eine andere Lehrstelle, als dann ein Anruf eines Fotografen gekommen ist, der wusste, dass ich eine Lehrstelle suchte.

Welche Trends siehst du in der Fotografie? Ich glaube, dass reduzierte, natürliche Fotos wieder im Kommen sind. Zurück zu den Wurzeln.

Wie wichtig ist der Austausch mit Kollegen und die Gemeinschaft in der Wirtschaftskammer? Sehr wichtig. Die Landesinnung unter Sabine Starmayr hat frischen Wind in die Szene gebracht, es gibt viele spannende Projekte und ich habe das Gefühl, dass viel gemacht wird, um die Kollegen zu unterstützen.

Wie beurteilst du die Angebote der Innung und welche Serviceleistungen wie Seminare, Workshops nutzt du? Ich nehme regelmäßig an den Veranstaltungen der Innungen und an Workshops teil. Hochinteressant war die Veranstaltung mit Greg Gorman und Flora Borsi, da konnte man viel für die eigene Arbeit mitnehmen.

Drei Dinge, die ich auf eine einsame Insel mitnehme: Meinen Hund Rocky, eine Kamera und ein gutes Buch.

Wen ich gerne fotografieren würde: Greta Garbo.

Schwarz-weiß oder Farbe? Schwarz-weiß.

Ist für dich das Glas halb leer oder halb voll? Mein Glas ist immer voll.

Mein Siegerbild – wie war der kreative Prozess, die Themenfindung, die Entstehung? Das Bild ist im Rahmen einer außergewöhnlichen Gothic-Hochzeit entstanden. Die Stimmung war sehr lustig, das hat sich auf das Shooting übertragen. Und ich wusste sofort, dass es ein besonderes Bild ist.

Wie wichtig sind freie Arbeiten abseits des täglichen Business? Nur so kann man die Ideen, die man im Kopf hat, verwirklichen. Mit freien Arbeiten ist es einfacher, seinen eigenen, unverwechselbaren Stil zu finden.

Mein ganz großer Traum:  Ein Jahr lang mit Schiff und Flugzeug um die Welt zu reisen.

Folgst du eher deinem Kopf oder deinem Gefühl? Ich bin ein Bauchmensch.

Was liebst du an deinem Beruf? Als Fotograf kannst du deine Kreativität ausleben und Bilder schaffen, die andere berühren. Und ich wollte immer vor allem mit Menschen arbeiten.

Das perfekte Bild ist….das habe ich noch nicht gefunden.

Was willst du in 10 Jahren erreicht haben? Da sehe ich mich in der Hängematte mit einer Kamera in der Hand.

Siegerbild Landespreis OÖ, Kategorie Wedding, Silvia Duschanek