“IM FOKUS” – MENSCHEN HINTER DER KAMERA, TEIL VIII

Mit der neuen Serie „IM FOKUS“ holt die Landesinnung der Berufsfotografen OÖ die Sieger des Landespreises vor den Vorhang und präsentiert die Menschen hinter der Kamera.

In unserer digitalen Welt werden derzeit so viele Fotos geschossen wie es noch nie zuvor der Fall war. Daher ist es für uns BerufsfotografInnen umso wichtiger, zu demonstrieren, wodurch sich echte Qualitätsarbeit vom inflationären Konsumgut unterscheidet. Der schöpferische Augenblick und die Kreativität sind neben der Beherrschung der technischen Basics die entscheidenden Komponenten für ein außergewöhnliches Bild.

Außergewöhnlich sind auch die Werke, die im Rahmen des Landespreises der oberösterreichischen BerufsfotografInnen prämiert wurden. „Der Landespreis soll zu einem Sprungbrett für eine noch größere Wertschätzung der oberösterreichischen Berufsfotografen in Österreich und auch über die Grenzen hinaus werden. Daher werden wir weiterhin internationale Topfotografen zu Seminaren und Workshops nach Oberösterreich bringen, um die Kollegen zu motivieren und Ihnen die Möglichkeit zu bieten, von den Allerbesten lernen zu können“, bekräftigt Landesinnungsmeisterin Sabine Starmayr.

Die Landesinnung holt die Sieger der einzelnen Kategorien vor den Vorhang und präsentiert die Menschen hinter der Kamera.

Fotograf Roman Gutenthaler

MEIN GANZ PERSÖNLICHER FRAGEBOGEN

ROMAN GUTENTHALER
(Kategorie Business)

Name: Roman Gutenthaler

Sternzeichen: Fisch.

Wohnort: Lasberg im Mühlviertel.

Wer ist dein Vorbild und warum? Ich habe kein internationales, sondern ein österreichisches Vorbild: Helge Kirchberger, bei ihm gefällt mir der Stil, in dem er fotografiert.

Meine Kamera: Canon 5D Mark IV.

Warum ich am Landes-Award teilnehme: Ich will wissen, wo ich stehe und daraus lernen.

Wie wichtig ist, sich mit Kollegen zu messen? Das Wort „Messen“ gefällt mir nicht ganz, weil es bei der Beurteilung von Bildern auf die Jury ankommt – und Geschmäcker sind halt verschieden. Für mich ist es wichtig zu wissen, inwieweit meine Fotos Gefallen finden.

Wie siehst du in der Fotografie die Geschäftsmodelle der Zukunft? Ich glaube, dass es in der Zukunft nicht mehr reichen wird, einfach Fotos zu schießen. Ein Shooting muss zu einem Rundum-Erlebnis für den Kunden werden, man muss Zusatzoptionen anbieten und mehr bieten. Dazu gehört auch, dass man den Kunden optimal coacht.

Spezialisierung oder Alleskönner? Spezialisierung ist grundsätzlich besser, aber in der Praxis oft nicht möglich. Ich versuche, mich auf zwei Hauptgebiete zu konzentrieren, aber ich biete auch andere Sparten an. Man sollte das dann aber auch klar kommunizieren, wo seine eigentlichen Stärken liegen.

Wie wichtig ist für einen Fotografen die Ausbildung und ständige Weiterbildung? Wie in jedem Beruf ist das das Um und Auf. Gerade in der Fotografie gibt es ständig Änderungen das Lernen hört nie auf.

Was würdest du einem Berufs-Neueinsteiger empfehlen? Er soll viel ausprobieren, um zu wissen, wo die Reise hingeht. Und ganz wichtig: nicht zu billig verkaufen.

Wie bist du zur Fotografie gekommen? Mein Großvater hat mir seine Entwicklungsausrüstung geschenkt und damit meine Leidenschaft für die Fotografie geweckt. Seither bin ich nicht mehr davon losgekommen.

Welche Trends siehst du in der Fotografie? Eine schwierige Frage. Wir werden heute durch die Selbstdarstellung in den sozialen Medien mit Fotos überschwemmt und es tut mir weh, dass Leute oft nicht zwischen guten und schlechten Fotos unterscheiden können.

Wie wichtig ist der Austausch mit Kollegen und die Gemeinschaft in der Wirtschaftskammer? Das ist schon wichtig und immer wieder interessant, wenn man sich mit Kollegen über den Beruf und neue Entwicklungen austauschen kann. Ich habe auch Freunde unter den Kollegen gefunden.

Wie beurteilst du die Angebote der Innung und welche Serviceleistungen wie Seminare, Workshops nutzt du? Sofern es meine Zeit erlaubt, nehme ich diese Angebote wie Workshops, Vorträge oder Veranstaltungen sehr gerne in Anspruch. Ich schätze die Arbeit und die Bemühungen der Landesinnung für uns Berufsfotografen sehr.

Drei Dinge, die ich auf eine einsame Insel mitnehme: Meine Frau, eine Kamera und ein passendes Objektiv.

Was mich ärgert: Wenn Dinge nicht funktionieren und Qualitätsmängel haben – das bringt mich auf die Palme.

Meistrespektierte Persönlichkeit: Helge Kirchberger.

Wen ich gerne fotografieren würde: Die bayerische Kabarettistin Monika Gruber – das wäre sicher eine irrsinnige Gaudi, die zu fotografieren.

Schwarz-weiß oder Farbe? Ich mag beides, aber Farbe mehr.

Ist für dich das Glas halb leer oder halb voll? Immer halb voll.

Mein Siegerbild – wie war der kreative Prozess, die Themenfindung, die Entstehung? Perchtenläufe haben im Mühlviertel große Tradition. Mein Job war es, die Maske anspruchsvoll in Szene zu setzen, aber ich wollte zusätzlich auch die Menschen ablichten. Dazu hat die Mondlichtstimmung optimal gepasst. Mir hat das Foto sofort gefallen, aber ich habe nicht damit gerechnet, damit den Landespreis zu gewinnen.

Wie wichtig sind freie Arbeiten abseits des täglichen Business? Sehr wichtig. Da bekomme ich den Kopf frei und kann meine vielen Ideen umsetzen. Leider ist es oft eine Frage der Zeit.

Meine persönlichen Ziele: Ich will mich als Fotograf ständig weiter entwickeln. Ich bin ein Tüftler und will immer dazulernen.

Mein ganz großer Traum:  Gesund bleiben und irgendwann eine Weltreise machen.

Folgst du eher deinem Kopf oder deinem Gefühl? 70 Prozent Bauch und 30 Prozent Kopf. Ganz kann ich den Kopf nicht ausschalten.

Was liebst du an deinem Beruf? Die Kreativität ausleben und die ständigen neuen Herausforderungen. Und der Kontakt mit vielen Menschen taugt mir sehr.

Das perfekte Bild ist….noch nicht gelungen.

Was willst du in 10 Jahren erreicht haben? Ich hoffe, dass ich es dann nicht bereue, 2020 ein neues Studio gebaut zu haben.

Siegerbild Landespreis OÖ, Kategorie Business, Roman Gutenthaler