Silvia Wutte: Fotografin der Hoffnung

Die Kärntner Meisterfotografin Silvia Wutte porträtiert großartige kleine Kämpfer und hilft Eltern von frühgeborenen Babys ihr Schicksal zu meistern.

Jedes zehnte Kind kommt zu früh zur Welt“, erzählt die Klagenfurter Fotografin Silvia Wutte und sie weiß, wovon sie spricht: Ihre Tochter Jasmin kam vor 5 Jahren am Ende der 31. Woche zur Welt – sie wog 1480 Gramm und war 42,5 cm groß. „Jasmin war nicht in Lebensgefahr, aber aufgrund von Krankheiten und Komplikationen gab es anfangs doch Zweifel, ob sie sich ganz gesund entwickeln würde“, erinnert sich Wutte. Heute ist Jasmin fünf Jahre alt und hat die kritischen Phasen bestens überstanden.

„Dieses Glück wollte ich teilen und daher habe ich mich auch fotografisch intensiv mit dem Thema Frühchen auseinandergesetzt. Als ich auf meinem Blog 2016 die ersten Bilder veröffentlicht habe, war das Feedback gewaltig. Viele Familien wollten ebensolche Fotos von ihren Kleinen haben und ich wurde oft darauf angesprochen, dass meine Bilder den Eltern viel Kraft und Hoffnung geben“, beschreibt Wutte.

Von da an kam Schwung in das Projekt, Wutte führte lange Gespräche mit den Eltern, zog Experten hinzu und begann, Material für ein Buch zu sammeln. „Das hat sich irgendwie verselbstständigt. Jeder kennt jemanden der ein Frühchen hat.

Was das aber für die Babys und die Eltern wirklich bedeutet, weiß niemand genau. Da wurde oft wochenlang um den Erhalt der Schwangerschaft und das Leben des Ungeborenen gezittert, jederhat seinen eigenen Kampf geführt. Wenn Kinder bis zu vier Monaten zu früh auf die Welt kommen, ist das ein Ausnahmezustand für die ganze Familie und darauf will ich aufmerksam machen – auch weil man in dieser Situation oft alleine dasteht, verzweifelt ist und wenig Hilfe bekommt. Alle Gedanken drehen sich in dieser schweren Zeit nur um eines: Wird mein Baby überleben und gesund aufwachsen können?“

Wuttes Fotos und die Geschichten dahinter helfen den Familien, die Schicksalsschläge zu verarbeiten, sich in Erinnerung zu rufen, wie steinig der Weg war, den sie gehen mussten und ein bisschen Frieden zu schließen. „Leider“, sagt Wutte, „geht es nicht immer gut aus und nicht jeder kleine Kämpfer wird zu einem fröhlichen und gesunden Kind.“

Bei den Shootings der Frühchen muss man sich sehr zurücknehmen. Ich fotografiere mit einer 50er Fixbrennweite, verzichte auf Blitz und versuche mit dem natürlichen Licht auszukommen.“ Weil das Licht auf den Intensivstationen extrem schlecht ist, fotografiert sie fast durchgängig in Schwarzweiß.

Wutte, die nach der Matura an der HBLA lange erfolgreich in der Modebranche gearbeitet hat, absolvierte mit 30 eine Fotografenlehre und besuchte in Graz und Linz die Berufsschule, ehe sie die Meisterprüfung ablegte und sich selbständig machte.

Neben ihrem Herzensthema widmet sie sich all-gemein bevorzugt der Familienfotografie: „Es ist sehr berührend, wenn man beim Wachsen und der Entwicklung von Familien dabei sein darf und ihre schönsten Momente einfangen kann.“

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